Heimathaus Lohne

Heimathaus Lohne

Das Heimathaus Lohne steht  am nördlichen Ende der Hauptstraße des heute rd. 7700 Einwohner zählenden Ortsteiles Lohne der Gemeinde Wietmarschen. Die Gemeinde Wietmarschen ist Eigentümerin des mit mehreren Fachwerkgebäuden bebauten Grundstückes, das die Eheleute Gisela und Berhard Merschel 1991 speziell für diesen Zweck zur Verfügung stellten. Die Initiative zur Errichtung eines Heimathauses ging von dem Heimatverein Lohne aus, dessen Mitglieder die Bauarbeiten u.a. durch umfangreiche Eigenleistungen (5375 ehrenamtl. Arbeits- und 871 Maschinenstunden) massiv beförderten. Dem Heimatverein Lohne hat die Gemeinde Wietmarschen  von Beginn an die Trägerschaft des gesamten Ensembles per Nutzungsvertrag (vom 10.7.1991) zunächst für 20 Jahre übertragen. Der Vertrag für eine weitere 20 jährige Periode wurde am 1.10.2012 abgeschlossen.

Der erste Spatenstich erfolgte am 27.5.1992. Im Mai 1994 wurde das Hauptgebäude als Heimat- und Kulturhaus nach fast zweijähriger Arbeit feierlich seiner Bestimmung übergeben. Es handelt sich um einen Fachwerkbau mit einer dafür häufig typischen Geschichte:  Errichtet wurde das Haus vermutlich um  1850 in Lohne auf dem Mühlenberg  als Wohnhaus der Müllerfamilie, die  dort die Windmühle betrieb. Nach dem Ende des Müllereibetriebes zog die Familie nach Wietmarschen und nahm das Fachwerkgebäude einfach mit. Dort wurde es wiedererrichtet und diente bis zu seinem erneuten Umzug nach Lohne der Familie Engelbrink, Wietmarschen u.a. als Dreschhaus.

Unter der Anleitung der fachkundigen Architektin  Frau Dipl. Ing.  Petra Berning  wurde es am heutigen Standort – so dicht wie möglich an seiner Historie orientiert – wiederrichtet. Zur Restaurierung wurden auch Materialien aus einem Heuerhaus in Dörgen benutzt.

Die große  Deele im Erdgeschoss dient seitdem allen örtlichen Vereinen und anderen Interessenten  als Versammlungs- und Veranstaltungsraum sowie als Raum für temporäre Ausstellungen. Auf der plattdeutsch als „Hiele“ bezeichneten, an beiden Seiten der Deele umlaufenden Galerie sind Gerätschaften aus der Sammlung des Heimatvereins Lohne zur bäuerlichen Nutzungswelt ausgestellt.

Die „Upkamer“ wird u.a. von der Gemeinde Wietmarschen für standesamtliche Trauungen genutzt.

Dank der großen Zahl der dem Heimatverein von Lohner Bürgern überlassenen Gerätschaften, Bildern und Büchern sowie  anderer Dokumente sind seit dem ersten Spatenstich umfangreiche Sammlungen entstanden. Diese und der sonstige Fundus wurden im Heimathaus untergebracht. Das Obergeschoss beherbergte bis 2013/14 diese Sammlung. In einem Nebenraum tat dort die damals als Archivgruppe bezeichnete Arbeitsgruppe des Heimatvereins Lohne ihre Arbeit. Ergebnisse der Sammlungs- und Erfassungsarbeiten konnten in den letzten Jahren bereits in der einen oder anderen kurzen Herbsausstellung gezeigt werden.

Als weiterer Bau folgte im Jahre 2000 der Bau der Fachwerkscheune, der mit EU Fördermitteln unterstützt wurde. Die Scheune beherbergt setdem eine Vielzahl von größeren historischen Maschinen und Gerätschaften aus dem landwirtschaftlichen Bereich.

2001 wurde das Gebäudeensemble durch die Errichtung eines Backhauses nach historischem Vorbild komplettiert. Dort wird bei besonderen Anlässen nach traditioneller Art Brot und Kuchen gebacken.

Die Entwicklung zum Museum hatte begonnen.

2013/14 ergänzt ein weiterer historischer Fachwerkbau aus Lohne das Ensemble: Das ehemalige Backhaus des am Baierort 1c  gelegenen „Hegel Hof“/Tegeder musste dort einem Neubaugebiet weichen. Nach seiner Umsetzung und Renovierung bringt es heute die einstmals überregional bedeutenden Lohner Imkereiaktivitäten einer breiteren Öffentlichkeit nahe. Denn der Volksmund deutete den Ortsnamen Lohne auch als Hinweis auf die früher überaus ertragreiche Imkerei in Lohne: „ Es lohnt sich“ sollen nämlich die einheimischen und ortsfremden Imker gesagt haben, als sie  ihre Bienenkörbe in die Lohner Heide brachten. Und das waren Tausende, denn der Lohner Kolon Tegeder konnte in einem Jahr 4800 Pfd. Honig verkaufen und der damalige Lohner Lehrer hatte alleine dort 997 Bienenstöcke.

2013/2014 konnte mit Mitteln aus dem Programm des Landes Niedersachsen  zur Förderung kleinerer Museen sowie der Unterstützung des Landkreises Grafschaft Bentheim und der Gemeinde Wietmarschen das Obergeschoss des Heimathauses und die Deele auf einen baulichen und technischen Stand gebracht werden, der den Notwendigkeiten und Ansprüchen des vom Heimatverein Lohne betriebenen “ Museums für Land und Leute“ entspricht . Seitdem ist im Obergeschoss ein für Daueraustellungen geeigneter Ausstellungsraum und die u.a. mit modener IT-Technik ausgestattete  „Museumswerkstatt“ in Betrieb. Die Deele kann als temporärer Ausstellungsraum genutzt werden. Auch sie verfügt über eine zeitgemäße  Präsentations- und Kommunikationstechnik.

Für die Unterbringung des Fundus stehen seit Ende 2014  dank der großzügigen Unterstützung mit Regalsystemen durch eine Lohner Spezialfirma sowohl im Keller des Heimathauses als auf dem Dachboden des Scheunengebäudes neue Möglichkeiten zur Verfügung.

2016 wurde die gesamte Aussenbeleuchtung erneuert und ergänzt. Ferner mussten umfangreichere Unterhaltungs- und Reparaturarbeiten an den Gebäuden vorgenommen werden; die Windfedern auf den Dächern von Haupt- und Backhaus wie auch der Scheune sind erneuert und gestrichen, die Giebel von Scheune und Haupthaus gestrichen, der gealterte Holzzaun an der Strassenseite durch eine Hainbuchenhecke ersetzt und der Eingangsbereich zum Gelände mit der Info-tafel neugestaltet worden.

Das Ensemble Heimathaus Lohne  wird in seinen  2.ten zwanzig Jahren – neben allen anderen Aufgaben – auch als  „Museum für Land und Leute“  in stilechtem Ambiente regionale und lokale Kulturgeschichte präsentieren und  vermitteln.